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Zügige Suche nach einem Endlager zur Entlastung der Regionen

Ausgabejahr 2018
Datum 30.10.2018

Blick auf das Zwischenlager Biblis Standort-Zwischenlager BiblisBlick auf das Zwischenlager Biblis Quelle: RWE AG

„Wichtigste Voraussetzung für die Region Biblis, um die hochradioaktiven Hinterlassenschaften der Atomenergienutzung in Deutschland dauerhaft in Sicherheit zu wissen, ist ein Endlager für hochradioaktive Abfälle“, sagte Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). „Die zügige Suche nach einem bestmöglichen Standort ist dabei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Das BfE ist nicht nur Genehmigungsbehörde für die Transporte und die Aufbewahrung von hochradioaktiven Abfällen sondern überwacht auch die Endlagersuche.

Das BfE hat die Bürgerinnen und Bürger von Biblis am Dienstag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Thema sind die letzten 26 Behälter mit bundesdeutschen radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Großbritannien und Frankreich. Die Abfallbesitzer sind verpflichtet, diese nach Deutschland zurückzunehmen. Sieben Behälter davon sollen in Biblis zwischengelagert werden. Die RWE Nuclear GmbH hatte im September 2017 einen Antrag auf Genehmigung beim BfE gestellt. „Bei den radioaktiven Abfällen handelt es sich um Material, das in Deutschland produziert wurde. Oberste Priorität ist es, dieses bis zur Endlagerung sicher zu verwahren“, so Präsident König.

Mit der Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung wird die bereits genehmigte Zahl an Behältern im Zwischenlager Biblis nicht ausgeschöpft. Das Zwischenlager Biblis ist zugelassen für 135 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen. Inklusive der Abfall-Behälter aus der Wiederaufarbeitung werden im Zwischenlager 26 Behälter weniger stehen als ursprünglich geplant. Die Genehmigungsverfahren sowohl für Aufbewahrung als auch Transporte laufen derzeit. „Erst wenn der Betreiber die hohen Sicherheitsanforderungen des Atomgesetzes erfüllt, kann und wird das BfE für die Aufbewahrung eine Genehmigung erteilen“, so der Präsident des BfE.

Bis 2005 hatten die Betreiber deutscher Atomkraftwerke die Abfälle in Form von bestrahlten Brennelementen zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich und Großbritannien transportiert. Bei dem Verfahren entstehen hochradioaktive Rückstände. Die Abfallbesitzer sind vertraglich verpflichtet, diese zurückzunehmen. Aus dem Kernkraftwerk Biblis kamen insgesamt 147 Behälter zur Wiederaufarbeitung ins Ausland. Aus dem Verfahren resultierten etwa 22 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen, 15 davon wurden bis 2011 in das Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen transportiert.

Hintergrund

Bis 2011 transportierten die Abfallbesitzer die radioaktiven Rückstände aus der Wiederaufarbeitung in das Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen. Dort stehen heute rund 80 Prozent der Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung. In Gorleben befindet sich auch der einzige Standort, der teilweise auf seine Eignung als Endlager für hochradioaktive Abfälle untersucht worden war. Diese geologischen Untersuchungen waren 2012 beendet worden. Mit dem Standortauswahlgesetz, das der Bundestag 2013 mit breiter Mehrheit verabschiedete, änderte der Gesetzgeber auch das Atomgesetz: die verbliebenen radioaktiven Abfälle sind demnach in den Zwischenlagern an der Standorten der Kernkraftwerke aufzubewahren. Ziel war es, bei der ergebnisoffenen Suche nach einem Endlager nicht den Eindruck zu erwecken, Gorleben sei als Endlagerstandort bereits festgelegt. 2015 verständigten sich Bundesregierung, Länder und Abfallbesitzer, die radioaktiven Abfälle in Biblis, Brokdorf, Niederaichbach (Kernkraftwerk Isar) und Philippsburg bis zur Endlagerung zwischenzulagern.

Stand: 30.10.2018

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit