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Endlagersuche im Blick sozialwissenschaftlicher Forschung

BfE startet Forschungsprojekt zur Öffentlichkeitsbeteiligung

Ausgabejahr 2018
Datum 07.06.2018

Dialog, © pixabay.com


Wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen bilden eine wichtige Voraussetzung dafür, um Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Endlagersuche zu ermitteln. Dazu hat das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) ein Forschungsprojekt gestartet, das dieses Wissen bündeln und für die eigene Arbeit auswerten soll.

Das BfE koordiniert und beaufsichtigt die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle und ist Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung. Das Forschungsprojekt läuft unter dem Titel „Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche: Herausforderungen eines generationenübergreifenden, selbsthinterfragenden und lernenden Verfahrens“. Das Vorhaben ist auf zwei Jahre angelegt.

Besondere Herausforderung: Dauer und Komplexität des Endlagersuchverfahrens

Sowohl die Dauer des Suchverfahrens als auch die Komplexität des Themas Endlagerung stellen alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Diese bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen dem Anspruch nach einer möglichst breiten Beteiligung einerseits und dem Ziel, zügig einen Endlagerstandort zu finden andererseits. Im Mittelpunkt der Forschung steht deshalb die Frage, wie bestmöglich eine dialogorientierte Beteiligung mit Blick auf das Ziel „Endlagerstandort“ gestaltet werden kann.

Arbeitspakete des Forschungsprojektes

Das Forschungsprojekt wird in einem ersten Schritt den aktuellen Stand der Forschung zu Beteiligungsverfahren mit ähnlichen Herausforderungen aufarbeiten. Darauf aufbauend sollen Rückschlüsse für die Beteiligung im Standortauswahlverfahren abgeleitet werden. Das Projekt beleuchtet zudem die Frage, wie der gesetzliche Anspruch an ein selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren erfüllt werden kann. Des Weiteren wird der Auftragnehmer des Projektes Zukunftsbilder für die Endlagerung entwerfen, die eine konstruktive gesellschaftliche Diskussion im Standortauswahlverfahren unterstützen können.

Im Laufe des Forschungsvorhabens sind Workshops mit Fachleuten geplant, um Zwischenergebnisse zu diskutieren und Erkenntnisse aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Unternehmen und Politik zu bündeln.

Stand: 07.06.2018

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit