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Obrigheim (Baden-Württemberg)


Im Gegensatz zu den anderen Standorten mit Atomkraftwerken befindet sich in Obrigheim kein Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle, entsprechende Pläne und Anträge hat der Betreiber am 13. Februar 2018 zurückgezogen. Das Kraftwerk befindet sich seit dem Jahr 2005 in Stilllegung. Die Abfälle in Form von bestrahlten Brennelementen sind im Jahr 2017 in das standortnahe Zwischenlager Neckarwestheim transportiert worden. Bis zum Abtransport bewahrte der Betreiber die hochradioaktiven Abfälle in einem vom Land Baden-Württemberg genehmigten externen Nasslager auf dem Kraftwerksgelände auf. Betreiber ist die EnBW Kernkraftwerk GmbH (EnKK).

Pläne zur Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle

Im April 2005 beantragte die Kernkraft Obrigheim GmbH (heute EnKK) eine Genehmigung zur Aufbewahrung von bestrahlten Brennelementen in einem noch zu errichtenden Zwischenlager. Zuständige Genehmigungsbehörde war das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Im Zwischenlager sollten laut Betreiber 342 bestrahlte Brennelemente aus dem Druckwasserreaktor des Atomkraftwerkes in insgesamt 15 Behältern der Bauart CASTOR 440/84 aufbewahrt werden.

Alternative Aufbewahrung im Standort-Zwischenlager Neckarwestheim

Die EnKK änderte im Laufe der Jahre mehrfach das Planungskonzept für das Standort-Zwischenlager Obrigheim. Parallel zur verfolgten Zwischenlagerung in Obrigheim beantragte sie am 10. Dezember 2013 beim BfS die Aufbewahrung der bestrahlten Brennelemente im Standort-Zwischenlager Neckarwestheim. Eine entsprechende Genehmigung nach § 6 AtG erteilte das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) am 9. August 2016. Das BfE hatte die Genehmigungsaufgaben nach einer Neuorganisation im Bereich nukleare Entsorgung vom BfS übernommen.

Das Standort-Zwischenlager Neckarwestheim liegt ca. 40 Kilometer Luftlinie vom Standort Obrigheim entfernt. Im Rahmen einer Transportstudie hatte die EnKK untersuchen lassen, auf welchem Transportweg (Straße, Schiene, Fluss) die Castor-Behälter in das Standort-Zwischenlager Neckarwestheim transportiert werden könnten. Die EnKK ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Transport bevorzugt mit einem Binnenschiff über den Neckar erfolgen sollte. Den Antrag auf Beförderung stellte die Firma DAHER im Auftrag der EnKK am 27. März 2014.

Transporte auf dem Neckar genehmigt

Das BfE genehmigte am 16. Mai 2017 den Transport der bestrahlten Brennelemente in 15 Castor-Behältern vom stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in das Standort-Zwischenlager Neckarwestheim. Genehmigt wurden maximal acht Transporte mit einem Binnenschiff über den Neckar. Die fünf benötigten Transporte fanden im Jahr 2017 statt.

Pressemitteilung des BfE vom 16. Mai 2017

Fragen und Antworten zu den genehmigten Transporten

Stand: 19.04.2018

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit