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Aktuelle Forschungsprojekte

Illustration Standortauswahlverfahren

Im Folgenden sind die aktuell vergebene Forschungsprojekte zum Themenbereich "Endlagersuche" aufgeführt und kurz beschrieben.

Neue Forschungsvorhaben werden bei E-Vergabe, der Vergabeplattform des Bundes veröffentlicht.

Nach Abschluss der Projekte finden Sie die Ergebnisse unter „Abgeschlossene Projekte“.

Übersicht der aktuellen Projekte

Evaluierung des Kenntnisstandes von aktiven Störungszonen in DeutschlandEinklappen / Ausklappen

Projektdaten
Förderkennzeichen4717F01301
Projektzeitraum05.2018 - 05.2019
Bewilligte Summe263.000 EUR
Ausführende StelleBeak Consultants GmbH, Freiberg
UnterauftragnehmerPLEJADES GmbH, Freiberg
Art der FinanzierungBfE-Haushalt

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Standortauswahlverfahrens hat die Vorhabenträgerin BGE in den verschiedenen Verfahrensschritten unter anderem wiederholt das Ausschlusskriterium „aktive Störungszonen“ (StandAG § 22) anzuwenden. Hierzu gehört auch, dass sie nach StandAG §§ 13, 14 Empfehlungen abgibt, wie mit Gebieten umgegangen werden soll, für die keine hinreichenden Informationen zur Anwendung dieses Kriteriums vorliegen. Dem BfE als Regulierungsbehörde obliegt es, die Anwendung des Ausschlusskriteriums „aktive Störungszonen“ durch die BGE zu prüfen und zu bewerten.

Das Projekt KaStör wird deshalb zum einen den aktuellen methodischen und regionalen Kenntnisstand zu aktiven Störungszonen in Deutschland gemäß der Definition § 22 StandAG für das BfE zusammenfassen. Zum anderen soll es dem BfE insbesondere eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für eine breite und umfassende Bewertung der Anwendung des Ausschlusskriteriums „aktive Störungszonen“ erarbeiten. Hierzu gehört auch, Kriterien und Methoden aufzuzeigen, die es dem BfE erlauben, den Umgang der BGE mit Gebieten ohne hinreichende Informationen zu beurteilen.

Die vorhandenen Literatur- und Datenquellen zu aktiven Störungszonen in Deutschland gemäß § 22 StandAG sollen zusammengetragen und die Angaben zu diesen Störungszonen hinsichtlich Qualität, Vollständigkeit und auch fachlichen Ungewissheiten dokumentiert werden. Basierend auf dieser Zusammenstellung wird KaStör die geologischen Eigenschaften herausarbeiten und darstellen, die es erlauben die Aktivität einer Störungszone besser zu identifizieren und klassifizieren zu können. Es soll zudem recherchiert werden, welche Methoden zur Identifizierung von aktiven Störungszonen nach derzeitigem Stand von W&T im internationalen Rahmen eingesetzt werden. Das Vorhaben ist auf ein Jahr angelegt.

Messmethoden für übertägige Erkundungsprogramme gemäß StandAG (MessEr)Einklappen / Ausklappen

Projektdaten
Förderkennzeichen4717F01202
Projektzeitraum04.2018 - 03.2019
Bewilligte Summe306.000 Euro
Ausführende StelleGesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH, Köln
Unterauftragnehmer--
Art der FinanzierungBfE-Haushalt

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) beaufsichtigt die Suche nach einem Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle mit der bestmöglichen Sicherheit. In Vorbereitung auf kommende Aufgaben - hier die Prüfung und Festlegung der standortbezogenen Erkundungsprogramme zur übertägigen Erkundung für die ausgewählten Standortregionen - hat das BfE unter dem Titel „Messmethoden für übertägige Erkundungsprogramme gemäß Standortauswahlgesetz (MessEr)“ ein Forschungsvorhaben beauftragt.

In diesem Vorhaben sollen solche aktuell verfügbaren Messmethoden identifiziert, vergleichend beschrieben und ausgewertet werden, die von über Tage eine Abbildung und Charakterisierung der geologischen Strukturen im Untergrund ermöglichen. Neben der jeweiligen Eignung sind die Grenzen und Unsicherheiten der einzelnen Messmethoden herauszuarbeiten. Zudem soll im Rahmen der Bearbeitung erkannter Forschungsbedarf benannt werden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erstellung eines Messmethoden-Katalogs, mit dem konkrete Vorschläge für übertägige Erkundungsprogramme im Rahmen der Suche und Auswahl eines Endlagerstandortes für hochradioaktive Abfälle beurteilt werden können.

Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche - Herausforderungen eines generationenübergreifenden, selbsthinterfragenden und lernenden VerfahrensEinklappen / Ausklappen

Projektdaten
Förderkennzeichen4717F00001
Projektzeitraum05.2018 - 04.2020
Bewilligte Summe250.000 Euro
Ausführende StelleÖko-Institut. Institut für angewandte Ökologie e. V. - Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit, Darmstadt
Unterauftragnehmerteam ewen GbR, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Art der FinanzierungBfE-Haushalt

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) koordiniert und beaufsichtigt die Suche nach dem Endlagerstandort und ist Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung im Verfahren. Dabei stellen sowohl die Dauer als auch die Komplexität des Themas Endlagerung das Verfahren vor besondere Herausforderungen. Es bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach einer möglichst breiten Beteiligung einerseits und dem Ziel, zügig einen Endlagerstandort zu finden, andererseits.

Um aktuelle Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Öffentlichkeitsbeteiligung in die konkrete Ausgestaltung der Beteiligungsverfahren in der Standortauswahl einzubeziehen, hat das BfE ein Forschungsprojekt gestartet, das dieses Wissen bündelt und für die eigene Arbeit auswerten soll. Das Forschungsprojekt läuft unter dem Titel „Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche: Herausforderungen eines generationenübergreifenden, selbsthinterfragenden und lernenden Verfahrens“. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage, wie unter diesen Bedingungen eine dialogorientierte Beteiligung bestmöglich gestaltet werden kann.

Das Forschungsprojekt wird in einem ersten Schritt den aktuellen Stand der Forschung zu Beteiligungsverfahren mit ähnlichen Herausforderungen ermitteln und für die weitere Arbeit des BfE aufarbeiten. Im Anschluss werden darauf aufbauend konkrete Rückschlüsse für Beteiligungsmöglichkeiten im Standortauswahlverfahren abgeleitet. Zudem wird die Frage beleuchtet, wie der gesetzliche Anspruch an ein selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren erfüllt werden kann. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sind Workshops geplant, um Zwischenergebnisse zu diskutieren und Erkenntnisse aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Unternehmen und Politik zu bündeln. Das Vorhaben ist auf zwei Jahre angelegt.

Untersuchung zu übertägigen Erkundungsprogrammen für hydrologische, hydrogeologische und hydrochemische Fragestellungen im Standortauswahlverfahren (übErStand) Einklappen / Ausklappen

Projektdaten
Förderkennzeichen4717F01201
Projektzeitraum04.2018 - 03.2019
Bewilligte Summe272.000 Euro
Ausführende StelleBrenk Systemplanung GmbH, Aachen
Unterauftragnehmer--
Art der FinanzierungBfE-Haushalt

Projektbeschreibung

Weltweit wurden bereits übertägige Erkundungsprogramme durchgeführt, die hydrologische, hydrogeologische und hydrogeochemische Eigenschaften von potenziellen Endlagerstandorten untersucht haben. Mit dem durch das StandAG (05.05.2017) vorgegebenen Standortauswahlverfahren, liegt ein neuer Ausgangs- und Bezugspunkt bei der Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle in Deutschland vor. Hierbei prüft das BfE u.a. den Zwischenbericht der BGE nach §14 (2) StandAG zu den übertägig zu erkundenden Standortregionen und legt die von der BGE vorzuschlagenden, standortbezogenen übertägigen Erkundungsprogramme (§15 StandAG) fest.

Im aktuellen Vorhaben soll zuerst analysiert werden, mit welchen hydrologisch, hydrogeologischen und hydrogeochemischen Parametern die Anforderungen an die zu untersuchenden Standortregionen durch übertägige Erkundungsprogramme beurteilt werden können. Dafür sollen aus den teilweise abstrakt formulierten Anforderungen messbare Parameter abgeleitet werden. Die entsprechenden, aktuell zur Verfügung stehenden Messverfahren sollen systematisch dargestellt werden. Es soll ein Orientierungsrahmen entwickelt werden, der die Beurteilung der übertägigen Erkundungsprogramme unterstützen kann.

Stand: 30.10.2018

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit