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Dezentrale Zwischenlager - Bauweise

Mit der Novellierung des Atomgesetzes im April 2002 wurde festgelegt, dass der an den Kernkraftwerksstandorten anfallende radioaktive Abfall dezentral zwischengelagert werden soll, bis ein nationales Endlager in Betrieb genommen wird. An den Standorten der Atomkraftwerke oder in deren Nähe wurden daher dezentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle errichtet.

Die Standort-Zwischenlager wurden als Lagerhallen aus Stahlbeton (am Standort Neckarwestheim in Form von Lagertunneln) errichtet. Beim Bau der Lagerhallen kamen drei verschiedene Konzepte zum Einsatz: das STEAG-, das WTI- und das Tunnel-Konzept.

STEAG-Konzept

STEAG-Konzept

Schematische Darstellung des STEAG-Konzeptes Schematische Darstellung des STEAG-KonzeptesSchematische Darstellung des STEAG-Konzeptes

Die Standort-Zwischenlager wurden als Lagerhallen aus Stahlbeton (am Standort Neckarwestheim in Form von Lagertunneln) errichtet. Bei den Standort-Zwischenlagern in Norddeutschland an den Standorten

wurde das STEAG-Konzept (Wandstärke ca. 1,2 m, einschiffiges Gebäude) umgesetzt.

WTI-Konzept

WTI-Konzept

Schematische Darstellung des WTI-Konzeptes Schematische Darstellung des WTI-KonzeptesSchematische Darstellung des WTI-Konzeptes

Die Hallenbauweise für die Standort-Zwischenlager in Süddeutschland an den Standorten

orientiert sich an dem WTI-Konzept (Wandstärke ca. 0,85 m, zweischiffiges Gebäude).

Tunnel-Konzept

Tunnel-Konzept

Schematische Darstellung des Tunnel-Konzeptes Schematische Darstellung des Tunnel-KonzeptesSchematische Darstellung des Tunnel-Konzeptes

Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse am Standort Neckarwestheim, einem ehemaligen Steinbruch, wurde für das Standort-Zwischenlager die unterirdische Bauweise gewählt.

Das Standort-Zwischenlager Neckarwestheim besteht aus einem oberirdisch angeordneten Eingangsgebäude, zwei parallelen, in Ost-West-Richtung verlaufenden unterirdischen Tunnelröhren, die an ihrem Ende durch einen Verbindungstunnel verbunden sind, sowie einem Abluftbauwerk und einem Fluchtbauwerk.

Erweiterung des baulichen Schutzes der Standort-Zwischenlager

Vor dem Hintergrund neuer Anforderungen an die Anlagensicherung haben die Betreiber der Standort-Zwischenlager in den Jahren 2010/2011 die Erweiterung des baulichen Schutzes der Standort-Zwischenlager gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD) beantragt. Die Nachrüstung dient der Optimierung der Sicherungsmaßnahmen. Damit die Maßnahmen umgesetzt werden können, ist neben einer atomrechtlichen Genehmigung u.a. auch eine baurechtliche Genehmigung erforderlich.

Stand: 16.01.2017

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit