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Was sind Endlager?

  • Ein Endlager ist ein Lagerort für eine sichere, zeitlich unbeschränkte und wartungsfreie Aufbewahrung von Schadstoffen.
  • Für die Endlagerung radioaktiver Abfälle unterscheidet man in Deutschland zwischen wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen und solchen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.
  • Die atomrechtliche Aufsicht über bestehende Endlager- und Stilllegungsprojekte ist in einer Behörde gebündelt, dem BfE. Das BfE reguliert und beaufsichtigt künftig auch die Standortsuche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.
  • Für die operativen Aufgaben der Standortsuche, der Errichtung und des Betriebs der Endlager sowie der Schachtanlage Asse II und des Bergwerks Gorleben ist seit dem 25.4.2017 die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH) zuständig.

Karte mit den Standorten Asse, Morsleben und Konrad Karte mit den Standorten Asse, Morsleben und Konrad

Ein Endlager ist ein Lagerort für eine sichere, zeitlich unbeschränkte und wartungsfreie Aufbewahrung von Schadstoffen. Wegen der mit ihnen verbundenen Gefahren über Jahrtausende müssen radioaktive Abfälle sicher endgelagert werden. Die Menschen nutzen radioaktive Stoffe in vielfältiger Weise zum Beispiel zur Erzeugung von Strom, in der Medizin und der Industrie. Dabei fallen radioaktive Abfälle an.

Radioaktive Abfälle

Für die Endlagerung unterscheidet man in Deutschland zwischen wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen und solchen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

  • Zu den wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen gehören vor allem die abgebrannten Brennelemente sowie hochradioaktive flüssige Abfälle (Spaltproduktlösungen) aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, die aufkonzentriert und in Glas eingeschmolzen werden (Glaskokillen).
  • Andere radioaktive Rohabfälle, wie ausgediente Werkzeuge und Anlagenteile, Putzlappen, verbrauchte Filter oder Rückstände aus der Abwasserbehandlung, zählen zu den Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

Herkunft radioaktiver Abfälle in Deutschland

Radioaktive Reststoffe und Abfälle fallen in Deutschland hauptsächlich an

  • im Zusammenhang mit der Stromerzeugung durch Kernkraftwerke,
  • bei Stilllegung und Abbau kerntechnischer Einrichtungen,
  • bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie
  • in Industrie und Medizin.

Die Menge an Abfällen aus der Medizin ist dabei zu vernachlässigen, sie beträgt weniger als 0,5 Volumen-Prozent.

Die bei der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken in Frankreich und England anfallenden Abfälle werden vertragsgemäß nach Deutschland zurückgeliefert und müssen endgelagert werden. Hinzu kommen die abgebrannten Brennelemente, die ohne Wiederaufarbeitung als wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle (hochradioaktive Abfälle) direkt endgelagert werden.

Endlager und Endlagerprojekte

Sowohl Betrieb, Aufsicht und Genehmigung von Endlagern als auch Standortsuche nach einem Endlager sind staatliche Aufgaben. Die atomrechtliche Aufsicht über bestehende Endlager- und Stilllegungsprojekte sind in einer Behörde gebündelt, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Das BfE reguliert und beaufsichtigt künftig auch die Standortsuche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Am 25. April 2017 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH) die Betreiberaufgaben für

vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernommen.

Während in Morsleben und in der Asse bereits radioaktive Abfälle lagern (Einlagerung in der Asse von 1967 bis 1978; Einlagerung in Morsleben von 1971 bis 1991 und von 1994 bis 1998), wurden die Erkundungsarbeiten am Standort Gorleben mit In-Kraft-Treten des Standortauswahlgesetzes am 27. Juli 2013 beendet. Konrad hingegen wird derzeit zum Endlager umgerüstet und ist das bisher einzige Endlager, das nach Atomrecht genehmigt wurde. Für das Endlager Morsleben gilt die Dauerbetriebsgenehmigung vom 22. April 1986 gemäß §57a AtG als fiktiver Planfeststellungsbeschluss fort.

Konrad

Endlager Konrad

grafische Darstellung der Konrad-Gebäude grafische Darstellung der Konrad-Gebäude

Schacht Konrad, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk im Stadtgebiet Salzgitter, wird derzeit zum Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung umgerüstet. Rund 90 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle gehören in diese Kategorie, sie beinhalten aber nur etwa 1 Prozent der gesamten Radioaktivität allen Abfalls.

Seit Anfang 2007 liegt ein bestandskräftiger Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung und den Betrieb des Endlagers vor. Damit ist das Endlager Konrad die erste Anlage zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen in Deutschland, für die vor der Inbetriebnahme ein atomrechtliches Planfeststellungsverfahren durchgeführt wurde. Derzeit wird das ehemalige Eisenerzbergwerk zu einem Endlager umgerüstet.

Das zukünftige Endlager Konrad darf laut Genehmigung bis zu 303.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung aufnehmen.

Informationen zum Endlager Konrad im Internet

Endlager Schacht Konrad

Morsleben

Endlager Morsleben

grafische Darstellung der Morsleben-Gebäude Grafische Darstellung Morsleben-Gebäude

Das Endlager Morsleben in Sachsen-Anhalt ist ein über 100 Jahre altes Kali- und Steinsalzbergwerk. Im Zweiten Weltkrieg diente die Schachtanlage als unterirdische Rüstungsproduktionsstätte und KZ-Außenlager, später zur Hühnermast und zur Einlagerung von Giftmüll.
Zwischen 1971 und 1991 sowie von 1994 bis 1998 wurden 36.754 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle endgelagert. In geringen Mengen sind darüber hinaus radioaktive Abfälle zwischengelagert.

Der fachgerechte und langzeitsichere Einschluss der Abfälle steht heute noch aus. Dieser muss die in einem alternden Bergwerk auftretenden Sicherheitsaspekte berücksichtigen und die Freisetzung der in den Abfällen enthaltenen Radionuklide so verzögern und begrenzen, dass alle Schutzziele erreicht werden.

Das BfS hat die atomrechtliche Stilllegung des Endlagers Morsleben beantragt. Das Planfeststellungsverfahren läuft derzeit.

Informationen zum Endlager Morsleben im Internet

Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben

Asse II

Schachtanlage Asse II

Darstellung der Asse-Gebäude aus dem Endlagervergleich grafische Darstellung der Asse-Gebäude

Die Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel ist ein rund 100 Jahre altes Kali- und Salzbergwerk. Das Helmholtz Zentrum München hatte das Bergwerk von 1965 bis 1995 im Auftrag des Bundesforschungsministeriums genutzt, um die Handhabung und die Lagerung von radioaktiven Abfällen in einem Endlager zu erproben. Zwischen 1967 und 1978 wurden in 125.787 Fässern 46.930 Kubikmeter radioaktive Abfälle eingelagert.

Heute steht die Asse vor zwei großen Problemen: Zum einen dringen Zutrittswässer in das Bergwerk ein, zum anderen ist die Stabilität des Grubengebäudes gefährdet.

Im September 2008 haben die beteiligten Ministerien vereinbart, die Asse zukünftig wie ein Endlager zu behandeln. Zu Beginn des Jahres 2009 hat das BfS das Helmholtz Zentrum München als Betreiber der Asse abgelöst. Am 25. April 2017 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH) die Betreiberaufgaben vom BfS übernommen.

Die Aufgabe der BGE ist es, die Asse unverzüglich stillzulegen. Die Stilllegung soll nach Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Anlage erfolgen.

Informationen zur Schachtanlage Asse im Internet

Schachtanlage Asse II

Stand: 25.04.2017

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit