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Was sind radioaktive Abfälle?

  • Das Atomgesetz regelt, welche Stoffe rechtlich als "radioaktiv" gelten. Wenn für solche Stoffe keine weitere Verwendung mehr vorgesehen ist, gelten sie als radioaktive Abfälle.
  • Radioaktive Abfälle müssen geordnet beseitigt (endgelagert) werden.

Der Begriff "radioaktiv" hat eine wissenschaftliche und eine rechtliche Bedeutung:

  • In der Wissenschaft bezeichnet "radioaktiv" die Eigenschaft bestimmter Atome, sich ohne äußere Einwirkung in andere Atome umzuwandeln und dabei ionisierende Strahlung auszusenden. Solche radioaktiven Atome werden Radionuklide genannt.
  • In der rechtlichen Definition des Atomgesetzes gilt ein Stoff dagegen nur dann als "radioaktiv", wenn er eine bestimmte Aktivität (Menge an Radionukliden) enthält. Das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung enthalten zahlreiche Vorschriften, um die Menschen und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen dieser Stoffe zu schützen.

Wenn für radioaktive Stoffe (nach der Definition des Atomgesetzes) keine weitere Verwendung mehr vorgesehen ist, gelten sie als radioaktive Abfälle. Radioaktive Abfälle entstehen bei der Nutzung ionisierender Strahlung in Kernkraftwerken, in der Forschung, der Industrie und in kleinen Mengen in der Medizin. Sie müssen entsprechend den Vorschriften des Atomgesetzes geordnet beseitigt – also endgelagert – werden.

Abfälle, die nur sehr geringe Mengen an Radionukliden enthalten, und die daher rechtlich nicht als radioaktive Abfälle gelten, müssen nach den Vorschriften des konventionellen Abfallrechts entsorgt werden. Viele Abfälle aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen gehören in diese Kategorie.

Natürliche radioaktive Materialien, die als Abfallprodukt bei anderen Arbeiten anfallen, zum Beispiel in der Erdöl- und Erdgas-, der Roh-Phosphatindustrie und der Primärverhüttung (Industrielle Rückstände), gelten ebenfalls nicht als radioaktive Abfälle. Sie werden als überwachungsbedürftige Rückstände bezeichnet. Für ihre Entsorgung gelten eigene Regelungen.

Stand: 01.02.2017

© Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit